Presse
6 auf einen Streich - Die zertanzten Schuhe
"Die zertanzten Schuhe" ist das dritte vom MDR neuverfilmte Märchen aus der "Sechs auf einen Streich"-Reihe. Schon "Brüderchen & Schwesterchen" sowie "Die kluge Bauerntochter" waren große Erfolge und wurden sehr liebevoll produziert. Mit dem neuen Märchen hat man wieder einen Volltreffer gelandet. [...] Die Handlung ist wirklich sehr kurzweilig und das Ende wahrlich märchenhaft! [...] Man hat viel Witz in die Handlung eingebracht ohne zu sehr damit zu übertreiben! Des Weiteren wählte man die traditionelle Sprachgestaltung und bewahrt somit den Märchencharakter umso mehr. Drehorte wurden sorgfältig ausgesucht und Spezialeffekte wirkungsvoll eingesetzt. So entstehen zauberhafte Welten, die den Zuschauer in ihren Bann ziehen. [...]
Fazit: Ein wunderschönes Märchen mit fabelhafter Besetzung und magischen Spezialeffekten. Sehr zu empfehlen!
Susanne Liebau (sl), tv-kult, Kritik zur DVD, 24.12.2011
Der Prinz muss sich warm anziehen
Schon im vierten Jahr wartet die ARD an den Weihnachtsfeiertagen auf mit moderat modernisierten Adaptionen der bekanntesten Märchen. [...] Der schönste Film ist [...] "Die zertanzten Schuhe". Zentrale Figur ist ein Puppenspieler (Carlo Ljubek), der rausfinden soll, wie es den zwölf Töchtern des Königs (Dieter Hallervorden) Nacht für Nacht gelingt, ihr verriegeltes Schlafgemach zu verlassen. Ausgerechnet die älteste Prinzessin (Inez Björg David) muss sich in der Zwischenwelt, in der sich ihre Schwestern des Nachts mit elf Prinzen treffen, mit der Rolle der Zuschauerin begnügen. Wolfgang Eißler verleiht der Geschichte (Buch: Gabriela Kreis) eine herzerwärmende Leichtigkeit.
Tilmann P. Gangloff, Kölner Stadtanzeiger, 23.12.2011
Plötzlich können wir ihn verstehen
Arte porträtiert den Dirigenten Ingo Metzmacher. Wir werden Zeugen einer künstlerischen Selbstfindung. Das geschieht im Fernsehen selten.
Sie war der Höhepunkt der Salzburger Festspiele 2009: die Neuinszenierung von Luigi Nonos Bühnenwerk "Al gran sole carico d'amore". Geadelt wurde diese umjubelte Produktion nicht zuletzt durch die etwas überraschende Mitwirkung der Wiener Philharmoniker - ohne Frage das Vorzeigeorchester für klassische Musik, aber nicht gerade ein Spezialensemble für die Musik der Moderne. Was damals niemand wissen konnte: Für den Dirigenten Ingo Metzmacher schloss sich ein Kreis. Denn der Erfolg, den er mit den führenden Repräsentanten der bürgerlichen Musikkultur des neunzehnten Jahrhunderts in einem derart schwierigen Avantgarde-Werk des zwanzigsten errang, versöhnte die zwei Seelen, die schon lange in der Brust dieses Musikers schlagen. Das Porträt von Sigrun Matthiesen spürt diesem Zwiespalt sehr einfühlsam nach: Metzmacher, 1957 in Hannover geboren, wächst in einem erzkonservativen Elternhaus auf, in dem der Vater Rudolf, ein bedeutender, von Furtwängler geförderter Cellist, in jeder Hinsicht den Ton angibt. [...] Hinzu kommt früh die Lust, Schlüsselwerke des klassisch-romantischen Kanons im Licht der Gegenwart zu hinterfragen. In der Oper gelingt ihm das zwischen 1997 und 2005 wegweisend in seiner Hamburger Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Konwitschny, der sich als Wahlverwandter im Geiste erweist. Hinter den anfangs nicht selten irritierenden Neudeutungen steht jedoch bei Metzmacher - das macht der Film auf sympathische Weise deutlich - nie plumpe Provokation. Es geht ihm vielmehr um eine Aussöhnung von Alt und Neu, um ein erweitertes Repertoireverständnis. Auf dem Weg dahin ist ihm offenkundig Luigi Nono zu einer zweiten, völlig gegensätzlichen Vatergestalt geworden. Die berührendste Einstellung des Films zeigt den sichtlich tief ergriffenen Metzmacher an dessen Grab in Venedig - und plötzlich versteht man, warum die Salzburger Aufführung persönlich wie künstlerisch zu einer solchen Sternstunde werden musste.
Christian Wildhagen, FAZ, 19.03.2011
Kleiner Rabe ganz groß
[...] Es gibt kaum etwas Herrlicheres, als an einem grauen, kalten Vorweihnachtssonntag mit den Söhnen vor dem Fernseher rumzulümmeln und einem kleinen Anarchisten wie dem Raben Rudi zuzusehen. Dass die Söhne inzwischenzehn und zwölf Jahre alt sind und längst erwachsenere Sendungen sehen, aber trotzdem immer noch mit Begeisterung "Siebenstein" schauen - ebenso wie die Eltern -, spricht für das hohe Niveau der Serie, die inzwischen in die 23. Staffel gegangen ist. [...] Ihr Erfolg gründet wohl auf der gelungenen Mischung aus Überschaubarkeit, geheimnisvoller Kulisse, Witz und vor allem jeder Menge Liebe - zu den Figuren ebenso wie zu den kleinen und größeren Zuschauern. [...] Immer noch dabei und die wichtigsten Erfolgsgaranten sind die Puppenspieler Werner Knoedgen und Thomas Rohloff, die Rudi und dem etwas nöligen, altklugen Koffer Stimme und Charakter geben. Bemerkenswert ist auch, wie die unterschiedlichen Autoren [...] den Duktus der Geschichten und den Ton der Dialoge halten. Und Arend Agthe, seit langem Regisseur für "Siebenstein", baut in jeder Folge aufs Neue eine kurzweilige unterhaltsame Dramaturgie und witzige Szenen. [...] An "Siebenstein" besticht auch nach 22 Jahren immer noch die große Sorgfalt, mit der die gesamte Sendung gearbeitet ist [...] Wer sich so viel ernsthafte Mühe für das jüngste Publikum gibt, erzieht sich die dankbarsten Zuschauer, die man haben kann - von klein bis groß.
Ulrike Steglich, epd medien Nr. 95, 04.12.2010
Zerrissener Erlöser - Zwei Schriftsteller machen eine "Reise zu Tolstoi"
Der Film, der unbekümmert die Genres Reportage, Essay und Dokumentation mischt, zeigt Lena Gorelik bei ihren Recherchen: Sie lässt sich Tolstois Moskauer Domizil zeigen [...] und streift mit Tolstois Ururenkel durch die zauberhaften Laubwälder von Jasnaja Poljana, dem prachtvollen Landgut, zu dem dreihundert Leibeigene gehört hatten, bevor der Gutsherr sie zu freien Bauern machte. Von einem jungen Geistlichen, der das Interviewverbot, das seine Vorgesetzten verhängt hatten, souverän ignoriert, lässt sie sich erklären, warum die orthodoxe Kirche Tolstoi fürchtete und hasste (weil er ihre Prunksucht und Heuchelei anklagte). [...] Beharrlich und frei von Autoreneitelkeit folgen Lena Gorelik und Thomas von Steinaecker, der das Buch schrieb und Regie führte, ihrem Gegenstand und lassen dessen Facetten aufscheinen: Reformer, Dichter von Weltruhm, Nationalheld und Sektengründer.
Hubert Spiegel, FAZ, 20.11.2010
Im Bärstädter Bauwagen
Wo liegt eigentlich Bärstadt? Zurzeit nordwestlich von Potsdam, am Fahrlander See. Der Bauwagen steht auf einem Kanalgrundstück im Dorf Neu Fahrland – und er steht schief! Kaninchen haben ihn untergraben, wenn auch nur zu Drehzwecken. In Wahrheit zählt das Wohnprovisorium zu den solidesten Architekturen im ZDF-Programm. Generationen lernten hier ihr Basiswissen aus Umwelt und Technik. 25 Millionen Meter Film wurden belichtet für 200 Folgen mit Lustig und über 70 mit seinem Erben Guido Hammesfahr, den Kinder als Fritz Fuchs kennen. Unserer Zeitung macht der ein Versprechen: "Ich drehe mindestens 201 Folgen – Ehrensache!" [...] In einem sind sich alle einig: Mit Guido Hammesfahr hat sich an Qualität und Beliebtheit nichts geändert. [...]
Daniel Benedict, Neue Osnabrücker Zeitung, 19.10.2010
Ein richtiger Action-Film für Kinder
Mehr als 270 Folgen der mehrfach preisgekrönten Wissensserie "Löwenzahn" hat das Zweite Deutsche Fernsehen seit 1980 ausgestrahlt. Damit hat sie sich einen Platz unter den langlebnigsten Kinderserien im deutschen Fernsehen erworben. Der 30. Geburtstag der von "Löwenzahn" in diesem Jahr, bot die optimale Gelegenheit, die TV-Marke nun auch ins Kino zu übertragen. Regisseur Peter Timm [...] realisiert die abenteuerliche Geschichte um den "Löwenzahn"-Hauptdarsteller Guido Hammesfahr alias Fritz Fuchs an etlichen Schauplätzen quer durch Deutschland. [...]
Reinhard Kleber, filmecho / filmwoche 37/2010
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