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Richard Strauss und seine Heldinnen

Titel Richard Strauss und seine Heldinnen

Buch & Regie Thomas von Steinaecker

Produzent Norbert Busè

Produktion Studio.TV.Film

Eine Koproduktion mit SRF, Euroarts und Arthaus Musik

Länge 52 Minuten

Ansprechpartner Norbert Busè

Scheidung! Nach sechs Jahren Ehe hat die aufbrausende und chronisch eifersüchtige Pauline, Tochter eines Generals, genug von Richard Strauss. Denn während ihr viel beschäftigter Mann auf einer Konzertreise ist, flattert in ihr gemeinsames Berliner Apartment der Brief einer gewissen Mieze Mücke, die in anzüglichen Worten schreibt, wie sehr sie Richard vermisse. Pauline hat es immer gewusst und nun hält sie endlich den Beweis in den Händen: Ihr Mann, der mit seinen 36 Jahren weltweit als der wichtigste lebende deutsche Komponist gefeiert wird und von einem Erfolg zum nächsten hetzt, ist ihr untreu. Seine ausgestellte Gemütlichkeit und Biederkeit ist nur eine Maske! Stammen seine Inspirationen für die erotischen Eskapaden, von denen einige seiner Tondichtungen und Lieder handeln, von den Liebschaften des Künstlers?

Ein paar Jahre später, das Paar ist doch nicht geschieden, vielleicht auch wegen seines über alles geliebten Sohnes Franz, genannt „Bubi“, kommt es noch schlimmer für Pauline: 1905 spricht die gesamte Musikwelt von Richard Strauss, sogar der Kaiser äußert sich öffentlich über ihn – aber nicht allein wegen seiner Musik, sondern wegen des erotischen Sujets seiner Oper „Salome“, auf deren Höhepunkt die Sängerin nackt den „Tanz der sieben Schleier“ darbietet. Und so geht es von jetzt an immer weiter: Von kecken Mädchen über männermordende antike Heroinnen bis hin zu gelangweilten Adligen, die sich nach erotischer Abwechslung sehnen – immer macht Strauss verführerische Frauenfiguren zu den Protagonistinnen seiner sensationell erfolgreichen Opern. Doch woher nur nimmt Strauss, der am liebsten zurückgezogen in seiner bayerischen Villa komponiert, allein wandert und mit seinen Freunden bei einem Bier Skat spielt, seine Inspiration?

Der Film „Richard Strauss und seine Heldinnen“  macht sich auf die spannende detektivische  Suche nach den Frauen in Strauss’ Leben. Im Mittelpunkt steht vor allem seine Beziehung zu Pauline, mit der er bis zu seinem Tod über 55 Jahre lang verheiratet war. Bis heute gilt sie als Xanthippe, die ihren Mann oft öffentlich bloßstellte. Unter den Tisch fällt allzu häufig, dass Strauss für die ausgebildete Sängerin, die für ihn ihre Karriere aufgab und ihm lebenslang den Rücken freihielt, am Beginn und Ende ihrer Beziehung seine schönsten Lieder komponierte. Was war es, das den gebrochenen Greis, der zwei Weltkriege miterlebte, 1948 in seinem letzten Lied eine der ergreifendsten Liebeserklärungen der Musikgeschichte schreiben ließ: „Wir sind durch Not und Freude / gegangen Hand in Hand“? Wie kaum ein anderer hat Strauss die unterschiedlichsten Epochen deutscher Geschichte miterlebt, vom Kaiserreich über die Diktatur der Nazis bis zur Nachkriegszeit. Wie hat sich in dieser Zeit das Frauenbild verändert und welchen Einfluss hat es auf Strauss’ Werk genommen? Und vor allem: Wie gelang dem äußerlich scheinbar biederen Strauss, was vor und nach ihm nur den wenigsten Opernkomponisten gelang: die Darstellung feinster weiblicher Gefühle in Musik?

Um diesen spannenden Fragen nachzugehen, besuchen wir den letzten noch lebenden Enkel Strauss, der dessen Eheleben hautnah miterlebte, und treffen unter anderem  die großen Strauss-Sängerinnen Renée Fleming, Brigitte Fassbaender und Christa Ludwig, die von ihren Strauss-Paraderollen berichten.

„Richard Strauss und seine Heldinnen“  – das ist die erstmalige  filmische Spurensuche nach den von Strauss geschaffenen unvergesslichen Heroinnen, und es ist zu gleich die Geschichte einer  bewegten und am Ende tief bewegende Liebesgeschichte.